Medieninformatik

Medieninformatik ist ein interdisziplinäres Teilgebiet der Informatik, das sich mit Beginn des digitalen Zeitalters, also zu Beginn der 1990er Jahre, entwickelt hat. Durch die Digitalisierung von Videos, Bildern und anderen Medien eröffneten sich neue Märkte und Berufsfelder.

In diesen werden beispielsweise neue Techniken zur Verarbeitung und Verbreitung von Medien entwickelt, Medien am Computer oder mit anderen technischen Werkzeugen entworfen und erstellt, und deren Einfluss auf den Menschen untersucht.

Wie zeichnet sich Medieninformatik aus?

Um den Anforderungen dieser neuen Forschungs- und Berufsfelder gerecht zu werden, sind sowohl Kenntnisse zu Mediengestaltung und -konzeption, als auch zur Informatik und zum Umgang mit Computersystemen, notwendig.

Medieninformatik verbindet demtentsprechend theoretisches Wissen über Hardware, Softwaredesign und Rechensysteme, praktisches Wissen über Programmiersprachen oder Computer-Animation und Grundlagen des Mediendesigns. Psychologie und Kommunikationswissenschaften spielen ebenfalls eine Rolle, beispielsweise um zu untersuchen, wie und wozu bestimmte Medien genutzt werden. Im Gegensatz zur reinen Informatik, die oft eher theoretischer Natur ist, ist die Medieninformatik praxisbezogen.

Kreatives Denken, die Interaktion mit späteren Nutzern und fassbare Ergebnisse stehen im Vordergrund.

Wie werden Medieninformatik-Projekte durchgeführt?

Projekte der Medieninformatik gliedern sich, wie die meisten Softwareprojekte, in mehrere Phasen, die jeweils Analyse, Design oder Implementierung betreffen. Teile des Projektes finden in Form von Interviews und Studien in direkter Interaktion mit Anwendern statt.

Ebenso wird im Büro – auf dem Papier während der Konzeption oder am Computer während der Umsetzung – gearbeitet. Da Medieninformatiker über das nötige Wissen sowohl für Design- als auch Umsetzungsphasen verfügen, ist eine Zusammenarbeit mit Mediendesignern oder puren Informatikern nicht zwangsweise notwendig.

In Projekten, in denen besonderes Fachwissen gefordert wird, kann es trotzdem sinnvoll sein, mit Experten einer bestimmten Domäne zu kooperieren.

Wo findet Medieninformatik aktuell Anwendung?

Ein Beispiel für eine solche Kooperation, ist der Rundfunk und die Fernseh- und Filmproduktion. Medieninformatiker übernehmen sowohl administrative Aufgaben als auch die die Einrichtung und Wartung von Rechensystemen und Aufnahmegeräten.

Gleichzeitig können sie in der Designphase und bei der und Aufnahme und Nachbearbeitung der Medien helfen. Die Zusammenarbeit mit Moderatoren oder Medienexperten ist durch die Komplexität dieser Branche allerdings notwendig.

Es gibt aber auch Anwendungsbereiche, in denen die Medieninformatik die Hauptrolle einnimmt. Dazu gehört die Entwicklung responsiver Software mit benutzerfreundlichen Oberflächen, beispielsweise Lernsoftware, Apps und Webseiten.

Nutzer stellen heutzutage hohe Ansprüche an die Bedienbarkeit und Optik neuer Anwendungen. Da das technische Verständnis zur Implementierung durch Designkenntnisse ergänzt wird, sind Medieninformatiker hier besonders gefragt.

Sie wissen, wie man ein gutes Design erstellt, und können die Anforderungen und Konzepte mit HTML, CSS und Skript- oder Programmiersprachen direkt umsetzen.

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