Platooning

Der Begriff Platooning bezeichnet das Fahren mehrerer Fahrzeuge, im Speziellen LKWs, dicht hintereinander mittels einer Computersteuerung.

Es ist schon seit längerer Zeit ein zentrales Forschungsthema der Automobilindustrie.

Das Platooning wird dabei insbesondere von Logistikunternehmen mit einem großen Interesse verfolgt, die sich davon optimierte Logisitkprozesse und geringere Kosten versprechen.

Platooning – Entwicklung und aktueller Stand

Die Idee automatisierter Fahrzeuge kam bereits in den 60er Jahren auf. Ein erster Prototyp wurde 1997 getestet. 2009 begann das EU-Projekt SARTRE (Safe Road Trains for the Environment), das sich explizit mit Platooning befasst. Kurz nach dem Projektstart, im Januar 2011, wurden die ersten erfolgreichen Fahrten in Schweden durchgeführt, ein Jahr später auch in Spanien.

Allerdings fuhren bei diesen Tests nur zwei bzw. vier Autos hintereinander, nicht wie geplant mindestens acht. Obwohl große Unternehmen wie Daimler und Volvo an der Forschung beteiligt sind, ist die Technik bisher noch nicht einsatzfähig. Da vor der offiziellen Einführung von Platooning umfassende Tests und auch Änderungen in der Straßenverkehrsordnung notwendig sind, ist noch mit mehreren Jahren Entwicklungszeit zu rechnen.

Platooning – Aufbau und Funktionsweise

Die Fahrzeuge einer Kolonne werden miteinander sowohl elektronisch als auch mechanisch verbunden. Dazu werden magnetisierte Flächen bzw. Spitzen verwendet, aus denen die Platooning-Software Daten beispielsweise für die empfohlene Geschwindigkeit ableiten kann.


Daneben sind die Kolonnenteilnehmer über WLAN miteinander verbunden. Die Geschwindigkeit und Richtung des Fahrzeugs selbst wird durch einen Computer bestimmt. Dadurch können alle Fahrzeuge gleichzeitig beschleunigen oder bremsen.

Während ein Mensch zu langsam auf das Bremsen des Vordermanns reagieren und so einen Auffahrunfall verursachen würde, kann die Software schnell genug nachziehen. So können die einzelnen Fahrzeuge sehr viel dichter hintereinander fahren, ohne die Sicherheit der Fahrer oder anderer Verkehrsteilnehmer zu gefährden.

Platooning – Vorteile und Nachteile von Platooning

Durch das dichte Fahren hintereinander wird die Kapazität der Straßen erhöht. Gleichzeitig nutzen die einzelnen Fahrzeuge den Windschatten des Vordermanns.

Dadurch können drei bis fünf Prozent Kraftstoff gespart werden – eine Investition, die sich sowohl für die Umwelt als auch die Unternehmen rentiert.

Die automatisierte Steuerung entlastet die Fahrer und Unternehmen können gegebenenfalls Arbeitskräfte einsparen. Allerdings müssen dazu zuerst eine Umschuldung der Mitarbeiter und eine Umrüstung der Fahrzeuge erfolgen.

Neben diesem Kostenaspekt könnte es den Fahrern unangenehm sein, den Wagen nicht selbst zu steuern und sich auf ein Computersystem verlassen zu müssen.

Gleichzeitig könnte die Aufmerksamkeit der Fahrer sinken, sodass sie nicht rechtzeitig auf etwaige Hard- oder Softwarefehler reagieren. Zuletzt besteht das Risiko von Hackerangriffen, die die Software manipulieren und so großen Schaden anrichten könnten.

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