Die Programmiersprache COBOL im Überblick

Die Programmiersprache COBOL ist die Abkürzung für Common Business Oriented Language. Sie wurde Ende der 1950er Jahre entwickelt und kommt noch heute an vielen Stellen zum Einsatz.

Charakteristisch für COBOL ist, dass sie sich an der natürlichen Sprache orientiert und demnach leicht zu erlernen und zu lesen ist. Sie kommt hauptsächlich für die Entwicklung von Anwendungen im kaufmännischen Bereich zum Einsatz.

Entwicklung der Programmiersprache COBOL

Ende der 1950er Jahre war der Wunsch nach einer hardwareunabhängigen Programmiersprache groß, die nicht zu kompliziert ist. Andere zu der Zeit aktuelle Programmiersprachen waren vor allem für wissenschaftliche Zwecke konzipiert und im alltäglichen Gebrauch zu schwer zu verstehen.

COBOL wurde deswegen im Jahr 1959 von einer Arbeitsgruppe innerhalb des amerikanischen Verteidigungsministeriums entwickelt. 1960 war die finale Version zur Nutzung bereit und wurde der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Sie durchlief außerdem diverse Standardisierungsverfahren wie ISO und ANSI und fand schnell eine Vielzahl von Anwendern. Auch in der neueren Zeit gab es Weiterentwicklungen der Sprache, die aktuelle Version ist COBOL 2014. Sie findet auch heute noch Verwendung in zahlreichen Unternehmen.

Entwicklung von Anwendungen mit COBOL beginen

Die Entwicklung von Anwendungen mit COBOL ist auf verschiedenen Betriebssystemen möglich. Es gibt sowohl Editoren, die speziell für COBOL entwickelt wurden, jedoch ist eine Arbeit mit der Programmiersprache auch auf größeren IDEs möglich.

Spezielle COBOL-Editoren sind zum Beispiel SlickEdit und COBOL Editor. Letzterer stammt aus dem Hause IBM. Compiler sind ebenfalls für verschiedene Plattformen erhältlich, mit denen sich der Code aus den Editoren übersetzen lässt. Für die Verwendung von Eclipse und Visual Studio als IDEs gibt es spezielle Erweiterungen, die eine Entwicklung mit COBOL erlauben. Die Erweiterungen laufen unter dem Namen Visual COBOL.

Anwendungsgebiete für COBOL

COBOL ist eine kaufmännische Programmiersprache. Der Unterschied zu technischen bzw. wissenschaftlichen Programmiersprachen wie Java und C/C++ ist, dass sie auf die Verarbeitung sehr großer Datenmengen spezialisiert ist.

Es geht weniger darum, komplexe Berechnungen durchzuführen und umfangreiche Algorithmen zu erstellen. Hinzu kommt, dass die Sprache, durch die Anlehnung an unsere natürliche Sprache, leicht zu lesen und zu verstehen ist.

Das Erlernen von COBOL ist demnach auch für Menschen möglich, die aus einem nichttechnischen Bereich kommen. Aufgrund der Spezialisierung auf Datenverarbeitung findet COBOL insbesondere bei Banken und Versicherungen Anwendung, in denen große Mengen an Datensätzen gelagert und verwaltet werden müssen. Auch Behörden, wie Finanz- und Meldeämter, setzen auch heute noch oft auf die Verwendung von COBOL. Dort kommt die Einfachheit der Sprache zugute, denn die Stellen benötigen nicht zwangsläufig einen Informatiker für die Entwicklung mit der Programmiersprache.

Vorteile und Nachteile von COBOL

Vorteile von COBOL

  • orientiert an natürlicher Sprache – demnach gut zu lesen und zu verstehen
  • entwickelt für Nichttechniker
  • auch heute noch viel genutzt, bietet deswegen auch beruflich gute Chancen

Nachteile von COBOL

  • mangelnde Dokumentation – aus diesem Grund schwer zu ersetzen
  • nicht alle Mechanismen sind ohne Umwege realisierbar
  • nicht case sensitive Einschränkungen in der Vielfalt der Bezeichner

Weiterführende Artikel

  • Programmiersprache BASIC Überblick

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