Die Programmiersprache Fortran im Überblick

Fortran ist eine Programmiersprache, die zu ihrem Beginn vor allem prozeduralen Charakter hatte. Mit den zahlreichen Weiterentwicklungen besitzt Fortran heute aber auch objektorientierte Strukturen.

Ursprünglich wurde die Programmiersprache für die Benutzung durch Ingenieure und Mathematiker konzipiert und für Forschungszwecke verwendet.

Der Name Fortran setzt sich aus den Worten Formula und Translation zusammen, was soviel wie das Übersetzen einer Formel bedeutet. Damit ist der Name eng mit dem eigentlichen Verwendungszweck der Sprache vernetzt.

Fortran Entstehung & Historie

Fortran wurde von dem Amerikaner John W. Backus designet und entwickelt. Backus ist in der theoretischen Informatik bekannt, da er gemeinsam mit Peter Naur die sogenannte Backus-Naur-Form entwickelt hat, die zur Beschreibung von kontextfreien Grammatiken in formalen Sprachen dient.


Er war damals Programmierer bei IBM und unterbreitete seinen Vorgesetzten einen Entwicklungsvorschlag der Programmiersprache am Anfang der 50er Jahre. IBM hat daraufhin das Projekt für den Entwurf der Sprache und die Entwicklung eines entsprechenden Compilers gestartet. Die Arbeitsgruppe leitete Backus selbst und bereits nach einem halben Jahr konnte das erste Fortran-Programm im Jahre 1954 übersetzt und ausgeführt werden.

Der Konkurrent zu dieser Zeit war die Assembler-Sprache, sodass Backus den Compiler für Fortran soweit optimiert hat, dass die Programme der Sprache ähnlich schnell laufen, wie Assembler-Programme. 1957 kam der Compiler schließlich auf den Markt und wurde bis heute stetig weiterentwickelt. Die aktuelle Version der Programmiersprache ist Fortran 2018.

Verwendung von Fortran in der Praxis

Fortran wurde ursprünglich für die Verwendung im mathematischen und numerischen Bereich konzipiert.

Das zeigen zum Beispiel spezielle Konstrukte der Sprache, die Hochsprachen wie C und C++ nicht aufweisen. Dazu zählt zum Beispiel ein Potenzoperator oder die automatische Zuweisung des Integer-Datentyps an die Variablen i, j, k, l, m, n, die in der Programmierung gern als Zählervariablen Verwendung finden.

Die Programmiersprache Fortran kommt deswegen bei theoretischen Berechnungen zum Einsatz und findet sich vor allem auf Großrechnern, die komplexe Berechnungen durchführen. Da Fortran mit der Zeit mit einem immer größer werdenden Konkurrenten, nämlich C, zu kämpfen hatte, war eine Weiterentwicklung der Sprache nötig.

Seit der Version Fortran 90 gibt es in der Sprache objektorientierte Strukturen, die eine breiteren Einsatz erlauben, zum Beispiel im technischen Bereich und im Ingenieurswesen. Die andauernde Weiterentwicklung der Programmiersprache spricht deutlich dafür.

Weiterführende Artikel

Teile und bewerte den Artikel zu Programmiersprache Fortran

1 Bewertungen 1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne
Loading...