Die Programmiersprache Plankalkül im Überblick

Das Plankalkül hat eine hohe historische Bedeutung für die Informatik, denn sie ist die erste höhere Programmiersprache der Welt.

Höhere Programmiersprachen zeichnen sich dadurch aus, dass die verwendeten Sprachkonstrukte nicht direkt von den Maschinen verstanden werden können, auf denen sie ausgeführt werden.

Das Wort „höhere“ bezeichnet somit eine Art größere Distanz zwischen der Programmiersprache und der eigentlichen Maschinensprache, mit denen die Geräte arbeiten. Wie alle höheren Programmiersprachen wurde das Plankalkül entwickelt, um eine erleichterte Ausführung von Berechnungen zu ermöglichen, ohne dabei ein großes Repertoire an Syntax verwenden zu müssen.

Plankalkül Entstehung & Historie

Das Plankalkül wurde von Konrad Zuse entwickelt, dem deutschen Pioneer in der Computerwelt. Zuse hat die Programmiersprache zwischen 1942 und 1946 konstruiert und als Grundlage seiner Arbeit das Lamda-Kalkül verwendet.

Die Entwicklung erfolgte im Rahmen seiner Dissertation und hatte das Ziel, eine Möglichkeit zu schaffen, Algorithmen formal darzustellen. Zu seiner Zeit fand das Plankalkül keine praktische Anwendung und existierte nur theoretisch. Erst im Jahre 1975 wurde ein erster echter Compiler entwickelt, der den in der Programmiersprache geschriebenen Code übersetzen konnte.

Das geschah ebenfalls im Rahmen einer Dissertation, die von Joachim Homann verfasst wurde. Danach gab es noch weitere, kleinere Implementationen der Sprache.


Das Plankalkül hat im Vergleich zur relationalen Algebra und dem Lamda-Kalkül besondere Features. Vorher gab es keine Algorithmen-Notation, die Iterationen oder Rekursionen ermöglichten. Konrad Zuse selbst bezeichnete ein typisches Programm in seiner Programmiersprache als einen Rechenplan, der nacheinander verschiedene Rechenoperationen ausführt.

Dabei sind alle verwendeten Variablen lokal. Alle implementierten Programm-Funktionen sind wiederverwendbar, es gibt gewöhnliche Schleifen, aber auch eine Verschachtelung mehrerer Schleifen ineinander ist möglich. Es ist möglich, bedingte Anweisungen zu konstruieren und die einzelnen Funktionen nur per Wertübergabe aufzurufen.

Die Sprache erlaubt die Gleitkommaarithmetik und Zahlenwerte werden vor allem in Datenstrukturen, wie Tupeln und Arrays, gespeichert.

Plankalkül in der Praxis

Damals wurde das Plankalkül nicht praktisch eingesetzt und das hat sich auch bis heute nicht geändert. Es ist eher als ein Vorreiter für die Entwicklung weiterer höherer Programmiersprachen anzusehen.

Für die Programmierung und die Informatik hat das Plankalkül eher eine historische Bedeutung als erste Sprache dieser Art. Dennoch sind Compiler im Internet erhältlich, mit denen die geschriebenen Programme übersetzt und ausgeführt werden können.

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