Spiralmodell

Die Herstellung einer Software ist ein komplexer und aufwändiger Prozess, deren Teilaufgaben sorgfältig geplant werden müssen.

Zu diesem Zweck gibt es verschiedene Modelle, die einen allgemeinen Ablaufprozess vorschlagen und nach denen größere Aufgaben in kleinere zerlegt und in spezielle Ablaufphasen kategorisiert werden. Ein besonderer Vertreter in diesem Bereich ist das Spiralmodell.

Die Besonderheit am Spiralmodell ist, dass es neben der Planung und eigentlichen Durchführung eines Arbeitsschrittes auch die Risikoanalyse beinhaltet. Damit unterscheidet es sich wesentlich von anderen, aufgabenbasierten Vorgehensmodellen zur Softwareentwicklung.

Spiralmodell – Aufbau und Funktion

Die Grundidee des Spiralmodells ist, dass der gesamte Entwicklungsprozess die Form einer Spirale hat, auf der sich der Fortschritt unendlich bewegen kann. Das Modell verfolgt somit eine iterative Vorgehensweise. Dennoch sieht es die Abarbeitung verschiedener Phasen vor, die jedoch im Laufe des Prozesses beliebig oft nacheinander durchlaufen werden können.

In der ersten Phase gilt es, die Ziele der Entwicklung für den kommenden Modelldurchlauf festzulegen. Dabei orientieren sich Software-Firmen an den Vorgaben des Kunden, mit dem festgelegt wurde, welche Funktionen und Features die bestellte Software haben muss. In dieser Phase werden die Rahmenbedingungen festgelegt und die verschiedenen Möglichkeiten der Realisierung der Ziele zusammengetragen.

In der zweiten Phase findet die Risikoabschätzung statt. Alle möglichen Wege zum Ziel werden untersucht und nach ihrem Risiko bewertet. Dazu können zum Beispiel Prototypen und Simulationen zum Einsatz kommen, die die Schätzung erleichtern. Im Anschluss wird im Idealfall dann der risikoärmste Weg gegangen.


In der dritten Phase wird der aktuelle Abschnitt der Software produziert und entwickelt. Noch in derselben Phase finden außerdem Tests des gerade erstellten Softwareteils statt, sodass auch die Qualität sichergestellt wird.

In der vierten und letzten Phase findet die Planung für den nächsten kommenden Zyklus statt. Dazu gibt es auch eine Evaluierung des aktuellen Zyklus, zum Beispiel darüber, ob die gesteckten Ziele erreicht wurden. Ist die letzte Phase abgeschlossen, kann der Prozess beendet werden, wenn die Software tatsächlich fertiggestellt ist.

Andernfalls beginnt der Ablauf mit einem neuen Zyklus wieder von vorn. Während der Realisierung eines Softwareprojekts können theoretisch unendlich viele Zyklen durchlaufen werden. Das Spiralmodell setzt zwar voraus, dass alle Phasen nacheinander, also linear, durchlaufen werden. Falls jedoch in einem bestimmten Zyklus eine oder mehrere Phasen nicht benötigt werden, können diese auch ausgelassen werden.

Anwendung im Bereich der Softwareentwicklung

Das Spiralmodell hatte in früheren Jahren einen großen Nutzen für die Planung und Umsetzung von Softwareprojekten, denn es gilt als eine Weiterentwicklung des Wasserfallmodells.

Doch auch, wenn es deutlich flexibler ist als sein Vorgänger-Modell, wurde auch das Spiralmodell weitestgehend von der Anwendung agiler Vorgehensmodelle abgelöst.

Vorteile und Nachteiles eines Spiralmodells

Spiralmodell Vorteile

Folgende Vorteile sind mit dem Spiralmodell verbunden:

  • iterativer Prozess mit beliebigen Zyklen, der sich auf jedes Projekt anwenden lässt
  • hohe Flexibilität, da die Ziele zu Beginn eines jeden Zyklus neu festgelegt werden
  • Abwägung mehrerer Alternativen und die Bewertung deren Risiken

Spiralmodell Nachteile

Folgende Nachteile sind mit dem Spiralmodell verbunden:

  • durch lineares Vorgehen schlecht zu parallelisieren
  • Hoher Planungsaufwand durch häufige Analysen und neue Festlegungen
  • risikoabhängiges Handeln passt nicht zu jedem Software-Projekt

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